Woanders „Unkraut“

Rosa rugosa

Ist sie nicht lieblich anzusehen, die gar zauberhafte Blüte der Kartoffel-Rose? Dieser Name ist schon fast eine Schande für diese Schönheit. Oder auch nicht??

‚Rosa Rugosa‘, wie sie botanisch heißt, ist nämlich alles andere als niedlich und lieblich.

Hoch oben in Norden Deutschlands, z.B. auf Sylt fühlt sich die Wildrose sehr Wohl. Daher auch mancherorts Sylt-Rose genannt. Aber auch Graswader/Heiligenhafen, ein Naturschutzgebiet in Schleswig-Holstein, ist eine ihrer Lieblings-Wahlheimaten, dort muss sie regelrecht bekämpft werden, damit andere einheimische Pflanzen, in den Dünen, eine Chance haben zu überleben.

Ursprünglich kommt die wilde Schönheit, die zur Familie der Rosengewächse gehört, aus Kamtschatka (Ostasien). Aus diesem Grund nennt man sie auch gerne Japan-Rose.

Von Japan über China bis Russland kommt ‚Rosa rugosa‘ natürlich vor. Bei uns in Süddeutschland gilt sie als Zierpflanze und kommt nur ganz selten verwildert vor.

Giersch und die Kartoffel-Rose haben etwas gemeinsam, sie verbreiten sich beide über Wurzelausläufer.Selbst aus einem kleinen Wurzelstück können beide noch keimen. Allerdings hat Rosa noch ein Ass im Ärmel, was die Verbreitung über ihre Samen angeht:

Ihre Nüsschen in den Hagebutten, werden von den Möwen, nach dem Verzehr, wieder ausgeschieden, oft auch ins salzige Meerwasser und bleiben trotzdem keimfähig. Mit der nächsten Welle werden die kleinen Sämlinge an Land gespült und wurzeln bei Bodenkontakt. Für die Wildrose ein Triumph, für die einheimische Faune und Flora, der Dünen eine Bedrohung. In Graswader wie oben schon erwähnt, welches am Meer in den Dünen liegt, wird sie regelmäßig, per mühevoller Handarbeit, von Naturschützern, mit möglichst der ganzen Wurzel entfernt.

Wer also nicht gerade direkt am Meer wohnt, kann sie bedenkenlos in den Garten pflanzen, z.B. wild, als Hecke, ihrer Natur entsprechend. Sie ist öfters blühend und wächst bei mir sogar im Halbschatten. Ihre Hagebutten sind groß und somit auch die Ausbeute, z.B. für Marmelade. Im Herbst werde ich selbst welche machen und Euch darüber berichten…

…So kann es einem also gehen, in unserer Welt. Mal gehasst, mal geliebt.

Oder wie Oma sagt: „Des einen Freud ist des anderen Leid.“

Entscheidet selbst!

Grüne Grüße

Eure MION

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anja Walessa sagt:

    Die Wildrose ist ja in früheren Zeiten zur Dünenbefestigung angeschafft worden, genauso wie der Bocksdorn. Das sie nun die heimische Flora verdrängt, ist nicht verwunderlich, so ausbreitungsfreudig wie sie ist. Tja, dann stellt sich nun die Frage, welche Pflanzenart denn nun die Aufgabe der Rose übernehmen soll. Und wenn diese ebenso robust ist, kann es leicht passieren, das man den Teufel mit dem Belzebub austreiben will.

    Gefällt 2 Personen

    1. borretsch sagt:

      Danke für das Kommentar.
      Damit muss ich Ihnen recht geben. Ich kontrolliere, in meinem Garten auch den Giersch, mit mühevoller Handarbeit. Ich könnte Bodendecker-Beinwell als Gegenpol pflanzen, und hätte somit ABER zwei Bedrohungen im Beet, für die „normalen“ Stauden.

      Ich möchte mit meinem Blog, solche Dinge aufzeigen. Denn „Unkraut“ ist immer Ansichtssache.
      So langsam befürchte ich, dass alles was Arbeit macht, langfristig „Unkraut“ wird.

      Wächst denn der Bocksdorn auch in den Dünen? Sieht aus wie Gojii 😀 Interessante Pflanze…:D

      Gefällt 1 Person

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