Gemein?!

Hallo mein Name ist Lapsana communis und ich gehöre zur Familie der Korbblütler (Asteracea).

Ich bin wohl die letzte Gattung meiner Art Lapsana. Ich gelte als monotypisch, wenn ich außsterbe gibt es meine Pflanzenart nicht mehr. Viele Kennen mich, als Unkraut unter dem Namen „Gemeiner Rainkohl“.

Aber ich bin alles andere als gemein!! Wobei man auch erwähnen muss, dass das Wort „gemein“ in diesem Falle für  die altdeutsche Bezeichnung „Allgemein“ steht.

Aber ich bin gar nicht so gewöhnlich. Ich komme ursprünglich aus dem eurasischen Raum und habe viele Heilkräfte für dich mitgebracht. Mein Milchsaft hilft dir bei Verstopfung und ich lindere Entzündungen. Auch fördere ich die Heilung von Wunden. Bitte prüfe stets gut, welches Wildkraut du zu dir nimmst, damit es nicht zu Verwechselungen kommt. Bei Unsicherheit verzichte lieber auf den Verzehr.

Man kann mich aber, sehr einfach identifizieren, anhand meiner Blüten, welche ich nur Vormittags und bei hellem Wetter geöffnet habe. Dies habe ich mit dem Wiesen-Bocksbart gemeinsam. Wir haben beide Körbchenblumen vom „Cichorium-Typ“(über Cichorien werdet ihr in Kürze mehr erfahren).

Meine Blätter sind leierförmig gefiedert. Und meine Blätter an den Stängelenden, an meiner Blattrosette, sind sehr groß und unregelmäßig, spitz gezähnt. Bin ich noch Jung sind sie eher wellig gezähnt. Richtung Blütenkrone werden die Blätter immer kleiner und wachsen spärlicher. An der Krone habe ich keine Blätter.

Ich blühe von Juni bis September und kann bis zu einem Meter hoch werden. Durch meine kurzen Öffnungszeiten zwischen 6 und 11 Uhr werde ich nur spärlich von Schwebeflieben und Bienen besucht. Meist bestäube ich mich, durch das Neigen meiner Blütenköpfe, selbst.

Nun sei nicht so gemein und schreibe mich nicht sofort als nutzloses Unkraut ab, denn von April bis Juni dienen dir meine Blätter, als super Energielieferant in deinem grünen Smoothie.

Ich diene außerdem auch als Spinatersatz und passe toll in einen Wildkräuter-Frühlingssalat. Ab Juni sind meine Blätter dann zu fasrig für den Verzehr und da bin ich auch meist mit der Vermehrung beschäftigt. ;D

 

Übrigens der Mensch ist auch eine monotypische Gattung und neigt, wie ich auch,  zur permanenten Arterhaltung.

So bedenke: „Leben und leben lassen.“

Herzliche Grüne Grüße

von Lapsana und MION

 

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Simmis Mama sagt:

    Auf dem Bild kommt sie mir sehr bekannt vor. Interessante Details. Habe mich als Kind immer gefragt wie sie heißt aber es wusste nie jemand

    Gefällt 1 Person

    1. borretsch sagt:

      Ja die Eltern-Älteren-….Das ist meist so, dass das ältere Volk nicht weiß was da blüht.
      Und alles was sich selbst aussät und Unbekannt ist wird sofort aus dem Garten eliminiert. Eigentlich trifft das bei den meisten zu, Unbekanntes macht Arbeit und evtl. auch Angst. Also wählt man lieber den einfachen Weg, als sich mit den Dingen auseinander zu setzen. Aber das ist eine Mentalität, die zum Glück am Aussterben ist. Aber wie bei allem gibt es auch ein paar Ausnahmen. Wenige, aber es gibt sie…

      Grüne Grüße

      Marion

      Gefällt 1 Person

  2. Da fühlt man, wie wenig man eigentlich Pflanzen beachtet… Dass ich micht nicht schäme! Aber definitiv interessante Blogidee 🙂

    LG, Maret

    Gefällt 2 Personen

    1. borretsch sagt:

      Danke für das Kompliment!! Ich habe halt ein großes Herz für Pflanzenminderheiten. Bzw. vergessenes Wissen.
      Freut mich, dass du meinen Blog besucht hast, vielleicht kommst du mal wieder oder folgst sogar meinem Blog…

      Grüne Grüße

      MION

      Gefällt 3 Personen

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