Inkognito: Minimal Invasiver Bodentrupp -#2 Calendula

Calendula officinalis, besser bekannt als Ringelblume oder Ringelrose, ist ein wahre Schönheit unter den Bodentruppen. Sie sieht aber nicht nur gut aus, sie verrichtet auch sehr gute und wertvolle Arbeit und dies nicht nur im Garten.

Heute hat sich, meine Freundin Calendula, für uns Zeit genommen, sich einmal näher vorzustellen, als Tochter einer Elfe, namens Carolin Calendula, hat sie schon viel gesehen.

Ein wenig Fantasie kann nie schaden, es bereichert unseren sonst recht eintönigen Alltag und lädt zum Träumen ein.

Unter folgendem Link, zu ‚Wurzelinchens-Blog‘ könnt ihr, liebe Leser und Leserinnen, eine sehr zauberhafte Geschichte, mit unter zum Thema Carolin Calendula, aber hauptsächlich über Kräuter, lesen, die mir sehr gut gefallen hat.

„Nun Calendula, wie stehst du zum Thema Fantasie und hast du überhaupt Zeit zum Träumen, bei deinem, mit überaus intensiven Aufgaben gefüllten, Job?

Seit sich Menschen Geschichten erzählen, findest du immer wieder Platz in ihrem Leben, sei es in Liedern, Geschichten oder als Namensgeber für eine Hautkrankheit -Ringelrose-, wie gehst du mit soviel Berühmtheit um, ist doch deine Bodenarbeit meist zweitrangig.“

Ich denke, jeder besitzt Fantasie, sonst würden wir auf dieser wunderbaren Erde nicht überleben. Stichwort Evolution. Mutternatur lässt sich stetig etwas neues einfallen, es dauert in Menschenjahren zwar sehr lang, aber wenn Zeit keine Rolle spielt, ist es nur ein Wimpernschlag.

Ich träume gerne, vor allem im Winter, wenn ich als Samen in der Erde auf mildere Temperaturen hoffe- ich kann mich einfach nicht an diese Kälte gewöhnen- komme ich doch, ursprünglich, aus wärmeren Gefilden. Meine Gattung ist schon so alt, niemand weiß, wo unsere Wurzeln liegen, man erzählt sich es sei im Mittelmeerraum.

Aber wie sagt man so schön: „Zuhause ist dort, wo es am schönsten ist.“

Meine Kameraden und ich wohnen gerne nördlich des Mittelmeers, denn hier schätzen uns die Menschen sehr. Wir sind, wie schon vermutet, wahre Stars unter den Einwanderer. In wärmeren Regionen, gehören wir mitunter zur „Spontanen Begleitvegetation“, weil wir uns so fleißig vermehren.

Dies sind dann meist unsere Schwestern der Gattung ‚Calendula arvensis‘. Sie ist noch älter und sehr weise. Ihre Art ist leider, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, vom Aussterben bedroht. Das Weinbauklima gefällt ihr sehr, mittlerweile steht sie unter Naturschutz und man darf sie, in freier Natur, nicht mehr pflücken.

Wie du siehst ist jene Volksgunst, lokal abhängig.

Calendula 3
Calendula officinalisxCalendula arvensis

„Eine sehr tragische Geschichte. Es geschieht häufig, dass erst etwas ausgerottet werden „darf“, bis die Rarität für Schutz sorgt. Ist es nicht der Ursprung, der uns am Herzen liegen sollte, liebe Calendula?“

Ich bin mir sicher, um so weiter wir uns vom wahren Ursprung entfernen, desto mehr negative Veränderungen treten auf. In jeder Form, Art und Weise.

Meine Zuchtform ist, z.B. sehr anfällig für Mehltau, Pilze und Viren. Dies zieht, in der Landwirtschaft -denn ich werde, vor allem von der Pharmaindustrie, auf riesigen Feldern angebaut- einiges an Pflegeformen mit sich. Jeder weiß, ums so einfacher und günstiger die Maßnahmen, gegen (Pflanzen-)Krankheiten, desto lukrativer. Ich brauche nicht mehr dazu sagen. Dies beziehe ich, in diesem Fall, nur auf den professionellen Anbau, der Kleingärtner sollten in jedem Fall von jeglicher chemischer Maßnahme – und ich meine wirklich JEDE– absehen.

Nicht desto trotz, kann man meine Pflanzengattung, oder die meiner Schwester Calendula arvensis, einfach im Garten, gegeben falls auf dem Balkon, aussäen. Unsereiner keimt sehr zuverlässig und reichlich. Unsere Blüten versüßen jeden Tag.

Beobachte uns genau, denn sind unsere Blüten vor 7 Uhr morgens noch geschlossen, kann es Regen geben. Was dich aber nicht betrüben soll. Seh‘ den Regen doch einfach, wie amerikanische Ureinwohner, als „flüssigen Sonnenschein“.

Wir brauchen Regen und wir können froh sein, dass es regnet und die Vegetation prächtig gedeiht. Wir Calendulas bevorzugen lehmige, nährstoffreiche Böden. Trockenheit mögen wir nicht.

„Boden. Ein sehr gutes Stichwort. Erzähl uns mehr zum Thema Boden und deine, bzw. eure Bodenarbeit.“

Meine Kameraden und ich fördern die Bodengesundheit -Stichwort Nematoden-und mache den Boden fein krümelig.

Am Besten sät man meine Gattung, ab Mai, zwischen das Gemüse, zusammen mit Tagetes, besser bekannt als Studentenblume, welche ja auch einen sehr guten Ruf, bezüglich Bodengesundheit, hat.

Natürlich bevorzugt, der verantwortungsvolle Gärtner, unausgefüllte Blüten, z.B. der Sorte ‚Orange Gem‘, die auch noch hervorragend nach Orange duftet und schmeckt, so auch ihr Kraut.

Tagetes.gif
Tagetes ‚Orange Gem‘

Der Blütenflor reicht bis weit in den Herbst hinein.

Nach dem Verblühen kann man uns, Tagetes und Ringelrosen, einfach auf dem Beet stehen lassen und im Frühjahr in den Boden einharken.

„Alles in allem, bist du, Calendula, eine genügsame Gartenmitbewohnerin. Dich zu mögen fällt den Menschen leicht, was glaubst du ist dein Geheimnis?“

Wie ich oben schon erwähnt habe, ist es lokal abhängig, wer mich, bzw. uns, mehr oder weniger schätzt, aber es ist schon wahr, die meisten Menschen lieben uns, insbesondere wegen unserer positiven Wirkung auf den menschlichen Körper. Wir sind eine anerkannte Heilpflanze. Deshalb auch der botanische Name ‚Calendula officinalis‘. ‚Officinalis‘, heißt so viel wie, ‚für medizinische Zwecke verwendet‘.

Wir schenken in Form von Tee  Linderung bei, Menstruationsbeschwerden, Verdauungsstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen und Wechseljahrbeschwerden.

Äußerlich, in Form von Salbe, helfen unsere Inhaltsstoffe bei allerlei Hautleiden, wie z. B.  Pickel, Offene Beine, Schnittwunden, Sonnenbrand und bei der Abheilung von Gürtelrose, die auch mancherorts Ringelrose genannt wird. Die Hautkrankheit trägt unseren Namen, dies verrät, dass Menschen, schon von jeher, von unserer Heilwirkung, wussten.

Die oben genannten Aufzählungen sind nur ein paar Beispiele, denn unser Einsatzbereich ist so vielseitig, dass es einfach den Rahmen sprengen würde.

Zusammenfassend würde ich sagen: „Geht es dir nicht gut, tut Ringelblume gut!“

Und der berühmt berüchtigte Salat, in diesem Fall der Sommersalat, sieht einfach zum Anbeißen, mit ein paar Blütenblätter unsereins, aus.

Vergesst meinen Freund ‚Orangen Tagetes‘ nicht und lasst immer ein paar Blüten, von uns, den Ringelblumen, für das „Nektartrinkende – Volk“  und die  daraus resultierende Samenbildung, übrig, somit sind wir dir ein unerschöpflicher Vorrat.

„Liebe Calendula, danke, dass du dir, trotz deiner vielen Arbeit, Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. Es war mir eine Ehre und eine große Freude.“

Dies kann ich nur zurück geben.

Und hey….Arbeit, Arbeit, ich höre ständig nur Arbeit.

Ich sehe meine Arbeit nicht als Arbeit. Ich tue sie gerne und genauso gerne ruhe ich mich aus. Besonders im Winter.

Demokrit, einst ein griechischer Philosoph, regte mich, zu seinen Lebzeiten, zum Nachdenken und Umdenken an, er sagte:

>Die Geizigen sind den Bienen zu vergleichen: sie arbeiten, als ob sie ewig leben würden.< 

Genieße dein Menschenleben, denn es ist kurz.

 Calendula 2.gif

AUTORIN: MION/UNKRAUT

11 Kommentare Gib deinen ab

  1. pflanzwas sagt:

    Ach ja, die Calendula, die kann man nur gern haben 🙂 Vielen Dank für das schöne Interview ! Calendulasalbe heilt doch wirklich alles. Ich bin immer wieder so begeistert davon. Kleines Blümchen, riesengroße Kraft ! Innerlich habe ich es noch nie ausprobiert, aber äußerlich ist es für mich eine Wundersalbe. Hast du Saat von der Arvensis ? Vielleicht können wir mal was tauschen ? (wobei: hab ich noch Platz, was auzusäen 😉 Sonnengelbe Ringelblumengrüße !

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    1. Mion sagt:

      Leider nein, ich lass sie immer selber machen 🙂 so wie du, aber nach dem Sommer können wir noch mal schwätzen 🙂
      Ich trockne die Blütenblätter und misch sie in Tee. Versuch es mal.
      Selbige Grüße zurück!🌻

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    2. Mion sagt:

      Die “super“ Heilkraft gebührt natürlich der “offiziellen“ Calendula!!

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      1. pflanzwas sagt:

        Ja, die meinte ich 🙂

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      2. Mion sagt:

        Nach der Blüte, tauschen wir uns aus 🙂

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      3. pflanzwas sagt:

        Ja gerne ! Ich hätte z.Zt. noch kleine Königskerzen zu bieten, vielleicht für den Topf 😉 ??

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      4. Mion sagt:

        Mal schaun….bestimmt ergibt sich, was. Gärtner haben viel Gelduld! ;D

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  2. Rita sagt:

    Sehr schöner Bericht.und wunderschöne Bilder. Lese Deine Beiträge gerne.

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    1. borretsch sagt:

      Danke, liebe Rita, deine Komplimente streicheln auch immer wieder mein Herz. Ich gebe mein Bestes!

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