Unkraut des Monats: Löwenzahn

Taraxacum 1.gif

Mit dem April erblüht der Löwenzahn. Taraxacum officinale.

Er ist das Superunkraut, mit…

….super dicken Pfahlwurzeln,

welche man nur mit Müh‘ und Not vollständig entfernen kann.

Vielleicht sollte man sich mal Gedanken machen, ob dies überhaupt notwendig ist. Denn es gibt kaum einen Frühjahrsputzer-Tee in dem Löwenzahn nicht vertreten ist. Möglicherweise folgt man einfach nur fiktiven Gartenregeln, die ein Unbekannter einst ins Leben rief. Denn schädlich ist Löwenzahn nicht. Auch nicht für die Vegetation. Im Gegenteil, seine jungen Blattaustriebe im zeitigen Frühjahr, sind der Rauke (Ruccola) ähnlich und genau so in der Küche zu verwenden. Er beschattet den Boden mit seiner Blattrosette und macht ihn mit seiner tiefen Wurzel locker, krümelig. Dies macht er überall, wo sonst nichts wachsen mag und somit wirkt er der aggressiven Erosion entgegen und fördert die Bodengare.

Auf seinem Lieblings-Platz, dem Rasen, fühlt er sich besonders wohl und weiß sich clever, gegen Rasenmäher und Co., zu helfen. Solange noch ein wenig Wurzel im Boden bleibt, keimt er stets, zum Ärger englischer Rasenliebhaber, zuverlässig aus. Seine Blüten, werden dann einfach, auf Grund, vermeintlicher Bedrohung, auf recht kurzen Stielen gebildet, da sie ja in luftiger Höhe wieder abgesenst werden könnten. Außerdem spart der kurze Stiel Zeit, die Vermehrung kommt, in  solch kritischen Phasen, somit schneller voran.

Seine Blüten  und sein Kraut,

können getrocknet, als Tee getrunken werden. Löwenzahn hat eine reinigende, vitalisierende, stärkende Wirkung. Seine Bitterstoffe -diese sollten man nicht versuchen, mit Zucker oder Honig zu übertünchen, sonst wirken sie nicht – regen den Leber und Gallenfluss an. Er wirkt Appetitanregend, er hilft bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Verstopfungen, sowie Völlegefühl.

Er schenkt uns alles, was wir im Frühjahr gut gebrauchen können. Neue Vitalität! Er spült jegliche Giftstoffe- jenes Gift und Galle-, aus unserem Körper, denn er wirkt diuretisch (harnstreibend).

Löwenzahn ist sehr großzügig, dankbar und genügsam.

Diese Eigenschaften gibt er gerne an uns weiter. 🙂

Pustekuchen- Verzeihung Pusteblumen,

bilden sich, wenn er verblüht. Da er ein Korbblütler ist, ist der Pappus, die für ihn typische Art sich zu vermehren. Er schickt hunderte von kleinen Nachkommen, per Luftpost, auf die Reise. Sie keimen nahezu überall! Zuverlässig! Auf diversem Untergrund und in jeder Ritze! Ein Super-Unkraut eben!

Löwenzahn ist zweijährig, er bildet im ersten Jahr, also nach Pollenflug, die Blattrosette, um dann im Frühjahr darauf zu blühen.

Mittlerweile, bieten Saatgut-Versender, Löwenzahnsaat für den kontrollierten Anbau, für Hobbygärtner, an!

In wärmeren Regionen, wird er schon lange, für wirtschaftliche Zwecke gezüchtet. Sei es für  die Gewinnung von Tee, aus Kraut oder Blüten oder sei es als Gemüse, dann auch gerne gebleicht, wie Chicorée. Eine Delikatesse in vielen südöstlichen Regionen.

Diese Delikatesse kann man auch ganz leicht selbst herstellen,

hierfür einfach die Blätter kurz über der Wurzel, des Löwenzahn kappen und einen Topf über die Pflanze stülpen, die jetzt neu austreibenden Blätter, bleiben wegen des Lichtmangels, hellgrün und schmecken wesentlich milder. Bitterstoffe sind noch genug enthalten. Wechselt öfters eure Löwenzahnpflanze, dann kann sich jene Beerntete erholen und für Nachkommen- und somit für Nachschub eurer SUPER-Mineral- und Vitaminlieferanten- sorgen.

Verwechselung besteht nur mit dem ‚Stinkenden Hainsalat‘, dessen Blätter sind gleichmäßig gezähnt und enthalten einen stinkenden, weißen Milchsaft. Außerdem blüht ‚Hainsalat‘ von Juni bis August, also nach dem Löwenzahn. Vom Verzehr wird, trotz des Namens, abgeraten.

Zurück zu den Wurzeln!

Die Wurzeln des Löwenzahn haben eine sehr positive, mobilisierende Wirkung auf unser Immunsystem. Er soll auch bei verschiedene Arten von Krebs helfen. Hierfür gibt es natürlich keine wissenschaftlichen Nachweise, aber die Wissenschaft forscht bereits auf diesem Gebiet.

Die Wurzel des Löwenzahn hat blutbildende Eigenschaften, d.h. durch die Bildung von mehr roten Blutkörperchen, erhöht sich der Sauerstoffgehalt im Blut und somit wird das Immunsystem gestärkt.  Die Wurzel soll hierfür, kurz vor der Blüte ausgegraben, nicht gewaschen und bei ca. 38°C getrocknet werden. Dies kann je nach Trocknungsart bis zu einer Woche dauern. Nach dem Trocken, muss sie vorsichtig mit dem Mörser zerstoßen werden, es darf nicht zu sehr stauben. Die enthaltene Erde an der Wurzel, wird das Immunsystem anregen und stärken. Ein halber Teelöffel, von diesem Wurzelpulver, am Tag in Saft oder Wasser, soll baldige Besserung bringen. Eine Heilung, wenn überhaupt, tritt wohl erst nach Monaten ein.

Krebs ist eine sehr heikle Sache. Jeder muss selbst entscheiden, wie er sich und seinem Körper helfen möchte. Die oben erwähnte Therapie, soll nämlich nur ohne Chemotherapie anschlagen…Hier, könnt ihr diese erstaunliche Geschichte nachlesen.

Scharlatanerie oder Wahrheit? Das entscheidet jeder selbst.

Fakt ist, dass die ganze Pflanze – Löwenzahn, essbar ist und dass sie gesundheitsfördernd wirkt, dies beweist der botanische Beiname ‚officinale‘, Löwenzahn ist vor vielen, vielen Jahren, als die Medizin noch in den Kinderschuhen steckte, eine anerkannte Heilpflanze gewesen.

Unkraut, ist ein Kraut dessen Tugend noch nicht erkannt oder vergessen wurde!

Schenkt dem Löwenzahn Raum in eurem Garten, kämpft nicht gegen ihn, das bringt nur Frust und Ärger. Handelt weise und macht euch seiner zu Nutze. Es kostet nichts nur, die bis dahin scheinbare, Vernunft.

Grüne Grüße 

Mion

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24 Kommentare Gib deinen ab

  1. eckisoap sagt:

    in meinem garten ist er willkommen.ich schätze ihn ebenso als heilkraut, wie du. die frischen blüten lege ich gern in honig ein. das wird ein feiner löwenzahnhonig.
    und natürlich mache ich sehr gern seife mit löwenzahn.
    die blätter finden regelmäßig den weg in meinen grünen smoothie.
    herzlich kerstin

    Gefällt 1 Person

    1. Mion sagt:

      Das finde ich prima und interessant, welches Unkraut kommt dir noch in die Seife?

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      1. eckisoap sagt:

        ich habe schon vieles probiert. immer wieder verseife ich ringelblumen und auch die brennessel. 🙂

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      2. Mion sagt:

        Über jene, habe ich auch Berichtet:
        https://unkrautgarten.wordpress.com/2016/02/13/und-wer-bin-ich/

        https://unkrautgarten.wordpress.com/2016/03/06/inkognito-minimal-invasiver-bodentrupp-2-calendula/

        Vielleicht helfen dir beide noch anders weit.

        Grüne Grüße
        Mion

        PS. Wo vertreibst du deine Seifen?

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      3. eckisoap sagt:

        ja, diese beiden kommen bei mir auch sehr vielseitig zum einsatz 🙂 im garten gibt’s genug davon.
        meine seifen sind reines hobby. ich verkaufe sie nicht. 🙂
        herzlichst kerstin

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  2. Löwenzahn hat für mich eine besondere Bedeutung. Eine Zeit lang beschäftigte ich mich mit dem Thema: Wurzeln schlagen und Flügel ausbreiten….ich fragte mich, auf welche Pflanze dieses Bild passt.
    Der Löwenzahn verwurzelt sich, als Pusteblume sendet er die Schirmchen aus, welche fliegen.
    Deshalb mag ich den Löwenzahn so gerne.

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    1. borretsch sagt:

      Eine sehr poetische Metapher und wunderschön!

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  3. Zauberhaft sind diese Blüten, ich mag sie auch sehr.

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  4. Rita sagt:

    Hallo Mion, da hast Du mal wieder alle Sinne angeregt. Was für ein toller Beitrag, sehr lehrreich. Weiter so, denn Du hast die Gabe dafür.. Immer wieder gerne lese ich Deine Beiträge. Grüße aus dem Nachbahaus.

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  5. die Engländer beschneiden auch gern die Rasenkanten mit der Nagelschere 😉

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    1. borretsch sagt:

      Zum Glück nicht mehr alle, der Trend, des naturnahen Gärtners kommt, natürlich, wieder von der Insel 😀

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  6. Sehr schön wenn für den Löwenzahn gesprochen wird. Jedes Jahr freu ich mich auf die Löwenzahnwiesen. Ein Tipp: die geschlossenen Knospen in Öl oder Butter rösten und über den Salat geben! Schmeckt himmlisch!
    LG von Arlene

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    1. borretsch sagt:

      Ohh, danke für diesen kulinarischen Tipp, welcher sich über aus lecker anhört. Werde heute im Garten, gleich mal ein paar geschlossene Knospen ernten.

      Grüne Grüße

      Mion

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  7. Flowermaid sagt:

    … so was hübsches kann ich nicht raus rupfen und Pusteblumen bereichern jede Wiese… 🙂

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    1. borretsch sagt:

      Hach, Rita du und ich, wir verstehen uns. ❤

      Gefällt 2 Personen

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