Der Unfall

am

Ein Unfall, ist ein Fall der nicht eintreten sollte. So wie das Unkraut ein ’nicht‘- Kraut ist, welches nicht existieren sollte. Ausführlich darüber philosophiert, habe ich einst, in diesem Beitrag, hier.

Der Fall um den es hier geht, der nicht eintreten sollte, ist jener über die Verbreitung des Persischen Ehrenpreis (Veronica persica). Er war ein botanisches Forschungsobjekt im 19. Jahrhundert (1805), im Botanischen Garten Karlsruhe. Er wurde aus dem Kaukasus exportiert. Zu allgemeiner Zeit, hat man seine explosionsartige Verbreitung und seine Vorliebe für Menschen, wohl etwas unterschätzt. Der schelmische Perser hat sich bestimmt nicht wahnsinnig auffällig etabliert. Man muss schon genau hinschauen um seine wunderschönen blauen Blüten zu sehen. Es fiel, deshalb bestimmt auch erst sehr viel später auf, dass er nun, nicht mehr nur in der Versuchsanstalt wuchs, sondern auch in fremden Gärten, so meine Vermutung.

Aber im Großen und Ganzen, ist er eine Augenweite, denn die kleinen, harmonisch, violettblauen Blümchen heben sich hervorragend, von grünem Hintergrund, ab. Er eignet sich also super, als Unterpflanzung in Kübeln oder als Beigleitpflanze im Gemüsebeet, wie man mir erzählte.

Bei mir wächst er, wie soll es auch anders sein, wo er gerade möchte. Er lässt sich bei Bedarf leicht aushaken, wenn man mal Platz braucht.

Er bevorzugt humusreiche und gare Böden, d.h. wenn ihr Persischen Ehrenpreis in euren Beeten wachsen seht, habt ihr den Boden an dieser Stelle ideal geschützt. Daumen hoch!
Dort ist die Bodengare großartig und somit ein geeigneter Standort für eure Kulturpflanzen, die diese Starthilfe -gut vorbereiteten Boden- gerne annehmen. Ehrenpreis entzieht dem Boden zwar mäßig Stickstoff, aber meist sind unsere Böden, hiervon, übersatt. Er hilft somit dem Überfluss Einhalt zu gebieten.

Zugegeben er ist nicht, der „Offizielle“ Ehrenpreis, aber seine Heilkräfte sind ähnlich dem „Echten“. Er hilft bei Erkältungen vor allem bei hartnäckigem Husten, Entzündungen der Haut und Harnblasenproblemen.

Und wie jedes essbare Wildkraut, das im Frühjahr blüht, passen seine Blüten und Blätter, super in einen Wildkräuter-Frühlingssalat.

Getreu, sind Wildkräuter -besonders außerhalb eures Gartens- mit Vorsicht zu genießen.

Aber diesen Schelm müsst ihr nicht suchen, er ist zutraulich und sucht eure Nähe, bestimmt ist er auch schon in eurem Garten. 😉

Wie ich bereits, gestern, erwähnte: Unser vermeintliches Unkraut, ist zuletzt ein wichtiger Helfer. Eine Zeigerpflanze und ein Heilkraut.

Schreibt ihn nicht ab, lernt ihn lieben.

Viele von euch tun das auch schon und haben ihn beim gestrigen Rätselraten gleich erkannt, obwohl ich extra ein Foto wählte, auf dem er nicht auf Anhieb zu erkennen war.

Ich kann euch einfach nicht austricksen. 😀

Hat mir Spaß gemacht, mich mit euch auszutauschen. Danke für eure Leserschaft und die lieben Kommentare.

Und noch eine Lebensweisheit zum Schluss:

Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.

– Rabindranath Tagore –

Grüne Grüße

Mion

Veronica

35 Kommentare Gib deinen ab

  1. waehlefreude sagt:

    Hallo Mion,
    Ehrenpreis ist auch eher ein Heilmittel, unter anderem bei Hautproblemen. Ich würde es einfach dazugeben; es wird die möglicherweise leicht reizende Wirkung vom Efeu aufheben.

    Efeu ist wirklich besonders. – Ich habe mich ein wenig mit Schamanismus beschäftigt. 😉

    Liebe Grüße,
    Frank

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    1. Mion sagt:

      Dies ist mir bekannt, ich habe es auch in meinem Beitrag erwähnt. Danke für die Info. GG Mion 😉

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  2. waehlefreude sagt:

    Guten Morgen.

    Mit Efeu kann man Wäsche waschen. Und aus Seifenkraut läßt sich Seife herstellen.

    http://www.gartenwelt.de/artikel/14889/seifenkraut-im-eigenen-garten-ein-kleiner-ratgeber/

    http://www.kostbarenatur.net/rezepte/waesche-waschen-mit-efeu-blaettern-so-einfach-gehts/

    Und Naturseife geht so:

    http://www.naturseife.com/seifenherstellung-schritt-fuer-schritt.htm

    Ausprobiert habe ich das alles noch nicht; es macht mir meist keinen Spaß, alleine an so etwas heranzugehen.

    Sollte ich jedoch einmal Seife machen wollen, käme mit Sicherheit, neben Efeu und Seifenkraut auch Nelkenwurz dazu.

    http://www.kostbarenatur.net/anwendung-und-inhaltsstoffe/echte-nelkenwurz/

    Ich habe immer noch ein großes Glas herumstehen in dem mein selbstgemachtes Duftöl vor sich hindämmert. Da werde ich wohl bald einmal mit weitermachen.

    Liebe Grüße,
    Frank

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    1. Mion sagt:

      Hallo Frank,
      danke für deinen informativen, umfangreichen Kommentar.
      Der Anteil waschaktiver Substanzen in Ehrenpreis ist sehr gering.
      Die Wirkung von Efeu kenne ich und werde darüber in geraumer Zeit berichten.
      Grüne Grüße Mion

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  3. eckisoap sagt:

    sehr spannend. der beitrag und dein blog 🙂 danke für deinen besuch bei mir, ohne den mir eine tolle seite verborgen geblieben wäre. ich folge dir mal.
    herzlich kerstin

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    1. Mion sagt:

      Oh, danke, ich bin auch über eine andere Empfehlung an dich geraten. Deine Seifen finde ich toll. Ich hegte schön öfters den Gedanken selbst welche zu machen, vielleicht kannst du mir mal den Link zu einer guten „Unkrautseife“ posten. Danke für dein „follow“ und willkommen im Unkrautgarten!!
      Grüne Grüße
      Mion

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      1. eckisoap sagt:

        🙂 das freut mich sehr. um dich in das thema ’seife selber machen‘ einzulesen, empfehle ich dir diese seite hier:
        http://www.naturseife.com/
        viel spaß dabei
        lg kerstin

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      2. Mion sagt:

        Danke, für die Empfehlung, ich werde mich einlesen, noch hat mich der Garten, noch nicht ganz im Griff 😉

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      3. eckisoap sagt:

        haha, das kenn ich 😉 falls du fragen hast, immer her damit. eckipost@gmail.com

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      4. Mion sagt:

        Danke, das ist sehr aufmerksam von dir! 😉

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  4. waehlefreude sagt:

    Sehr hübsch, Dein Blog. Habe gerade hineingeschaut. Dieses Ehrenpreis fühlt sich auch in meinem Steingarten sehr wohl.

    Liebe Grüße,
    Frank

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    1. Mion sagt:

      Hallo Frank, schön dass du her gefunden hast!
      Wunderbar, das bestätigt: Menschenhand zieht Ehrenpreis an! 😉
      Dein Steingarten ist bestimmt ein Alpengarten.
      Danke für die Blumen. Willkommen im Unkrautgarten!
      Grüne Grüße
      MION

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      1. waehlefreude sagt:

        Hallo Mion.

        Mein Steingarten ist ein „Marsberggarten“. Hier gibt es Kalkstein (Muschelkalk), Besondere Schiefer (Alaunschiefer) und der Boden ist meist ein Gemisch aus Ton, Sand, und Lehm. Es gibt in der Region schon Besonderheiten. 😉

        https://de.wikipedia.org/wiki/Violettes_Galmei-Stiefm%C3%BCtterchen

        Liebe Grüße,
        Frank

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      2. Mion sagt:

        Hört sich exotisch an. Ich schau mal rein. Bin schon gespannt. 😊

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      3. waehlefreude sagt:

        Hallo Mion.
        Mein Steingarten ist noch recht neu
        (etwa ein Jahr alt) und umfasst natürlich nicht das ganze Spektrum der Flora in dieser Region. Heimische Sukkulenten gedeihen gut und Zwiebelpflanzen, sowie alles, was man auf Kalkmagerrasen findet. Da es hier meist auch regnerisch ist, gibt es ebenfalls viele Flechten, Farne und Moose. In den Waldgebieten blühen aktuell Schlüsselblumen, Lungenkraut, Buschwindröschen, sogar gelbe und Leberblümchen.

        Liebe Grüße,
        Frank

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      4. Mion sagt:

        Ich liebe Waldflair! Lungenkraut gedeiht bei mir auch unter den Bäumen. Leberblümchen, ist leider nicht möglich, da dieses besondere Begebenheiten braucht. Gelb ist schön! Ich habe meinen ersten Schlüsselblumen gepflanzt in der Hoffnung sie packen es im Schatten über den heißen Sommer….
        Moos und Flechten kommen ja immer wieder, davon habe ich auch genug. Und ich mag es!
        Sukkulenten sind interessant, Steingärten wenn sie zugewachsen sind und nicht kahl können sie auch sehr schön sein. Viele in meiner Anlage schütten ihre Beete mit Mulch oder Steinen zu, untendrunter natürlich ein Vlies, um Unkraut zu unterdrücken. Da wächst dann kaum was im Beet und dann nennt sich dann Garten…da fällt mir nichts mehr ein…Die verstehen Steingarten nicht, die gestalten Wüstengärten.
        Grüne Grüße
        Mion

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      5. waehlefreude sagt:

        Mein Steingarten ist gepflegt wild. Manches, das Überhand nimmt, oder nicht passt, wird entfernt; anderes darf gerne. Scharbockskraut blüht und darf blühen und Gänseblümchen und wilde Stiefmütterchen dürfen auch. Vieles ist „ergattert“ und weniges gekauft. Mehlprimeln habe ich ausgebuddelt und Schlüsselblumen ebenfalls. Leberblümchen mögen mich und sind dabei sich zu vermehren. Ebenfalls mag mich der Seidelbast, den ich im Wald aus einem Steinrutsch gerettet habe. Das Zymbelkraut und der gelbe und weiße Mauerpfeffer sind auch gut dabei. Es gibt so einiges. Vom vergangenen Jahr stehen noch die Überreste der Königskerzen, die beide bald drei Meter hoch geworden waren. Und ich hoffe, die Spitzmaus gibt es auch noch. 😉 Wenn Du in den Bildern stöberst, wirst Du das eine oder andere sehen. An Nikolaus hatte ich Besuch von einem Waschbärenpärchen.

        https://frankgueld.wordpress.com/2015/12/08/von-drauss/

        Liebe Grüße,
        Frank

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      6. Mion sagt:

        Danke für den Link, ich habe ja versprochen zu stöbern, ich werde es jetzt tun 😀
        Du hast bezaubernde Mitbewohner um die ich dich ein bisschen beneide.
        Zymbelkraut mag ich sehr gerne, ist aber leider für meinen Garten nicht geeignet. Königskerze möchte auch nicht bei mir wohnen, ich kaufte ein zu die sich leider nicht versamt, aber ich gebe nicht auf. Mauerpfeffer, ist es auch zu nahrhaft in meinem Garten, schön dass er sich und Leberblümchen bei dir wohl fühlen. Kannst dich geehrt fühlen. Seidelbast hab ich schon gehört kenn ich noch nicht, aber er soll glaub ich giftig sein.
        Ich mag Mäuse, ich meine ich habe auch eine Spitzmaus im Garten.

        Grüne Grüße
        Mion

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      7. waehlefreude sagt:

        Die Waschbären füttere ich schon länger nicht mehr… Die Nachbarn… Sie sollen nicht gefangen werden… Schade finde ich das schon.

        Mäuse gab es hier schon verschiedene. Die Spitzmaus ist meist sehr dunkel und winzig mit ganz spitzer Nase.

        Die Erde für meinen Steingarten habe ich auch gesammelt. Ich verwende kaum gekaufte Blumenerde. – Und es ist eben ein Steingarten. Neben den vielen Steinen, die ich alle gesammelt habe, wurde zwischendurch auch aus dem Kalksteinbruch kleinkörniger Kalkkies besorgt und manche Schiefer hier sind extrem brüchig und kiesähnlich; auch das habe ich untergemischt. Und sonst fülle ich immer wieder mit etwas Erde aus dem Wald, oder vom Feld auf.

        Dank der Weinbergschneckenhäuser in meinem Steingarten gibt es auch verschiedene Insekten und Wildbienen.

        Geplant ist da schon einiges, auch, wenn es nicht so wirkt. Ich habe mich halt in der Natur umgesehen.

        Der Seidelbast ist durchweg giftig, blüht aber schön. Und auch der benötigt besonderen Boden mit speziellen Pilzen und Bakterien; sonst gefällt es ihm nicht. Das wußte ich vorher nicht, habe es aber instinktiv richtig gemacht und ihm auch seine Himbeergesellschaft gelassen. 😉

        Leberblümchen sind auch heikel; mich mögen sie anscheinend, denn sie vermehren sich. – Und eine Wildorchidee scheint nun auch da zu sein, wenn ich die Blattriebe richtig gedeutet habe. Welche es ist, kann ich noch nicht sagen. 😉

        Liest sich wahrscheinlich alles seeehr gekonnt und wissenschaftlich; doch ich bin immer nach Bauchgefühl gegangen und habe später nachgelesen. 😉

        Liebe Grüße,
        Frank

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      8. Mion sagt:

        Die Erde ist aus Wiesen, Feld und Wald. Dies finde ich schön. Ich nehme nur Komposterde auch zum Pflanzen. Mein Garten ist das krasse Gegenteil von deinem. Es bleibt auch nur was sich etabliert.
        Mein neues Gehölz in diesem Jahr ist die Schwarze Maulbeere. Sie ist noch sehr klein, aber hat schon kleine grüne Blätter. Mit deiner Waldorchidee wünsch ich dir Erfolg. Klar Gefühl gehört auch zum Gärtnern, meist ist auch vieles selbsterklärend. Weinbergschnecken habe ich wie Sand am Meer, meine kleine persönlich Müllabfuhr.
        Ich mag leere Schneckenhäuser gerne.

        Grüne Grüße
        Mion

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  5. pflanzwas sagt:

    Klein, aber fein, ein hübsches Helferlein 😉 Da kann sich der Ehrenpreis aber freuen, daß er bei dir so ein liebevolles zu Hause gefunden hat.

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    1. Mion sagt:

      Danke sehr. Morgen schau ich bei dir rein:)

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      1. Arabella sagt:

        Fein dich gefunden zu haben.

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      2. Mion sagt:

        Danke schön die Ehre ist ganz meinerseits! Willkommen im Unkrautgarten! Viel Spaß beim streifen durch die Vielfalt…:)

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      3. Arabella sagt:

        Das wird mir viel Freude machen.

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  6. Rita sagt:

    Der Spruch gefällt mir.

    Gefällt 1 Person

  7. Flowermaid sagt:

    … du bist eine Wildkrautpoetin… *seufz*

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    1. Mion sagt:

      *rotwerd* Danke! ❤

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  8. Starlights sagt:

    Dann gehen wir mal schnell in den Garten liebe Mion;-)

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    1. Mion sagt:

      Husch, husch kleine Fee…

      Gefällt 2 Personen

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