Wüstengärtner

Pflanze, viel kahler Boden, Pflanze, noch mehr kahler Boden. Aber kein Unkraut!! Immer, wenn ich solche Gärten sehe, frage ich mich: „Ob da noch Leben im Planken-Boden ist??“

Wieso finden manche Menschen es schön, wenn im Garten der Boden -ganz Schick ohne Bewuchs- zu sehen ist??

Für mich ist dies alles andere als natürlich. Für auch auch?? Es kommt in unserer Natur selten vor, dass etwas brach liegt.

Mutter Natur hat verschiedenen Pflanzen die Gabe geschenkt auch auf Schutt zu fruchten. Der Boden wird binnen kurzer Zeit bewachsen sein. Kiesgärten armen Alpenlandschaften nach…allerdings sieht sie in Wirklichkeit ansprechender aus. Oder nicht?

Ich lasse lieber, mein sogenanntes „Unkraut“ (meist Vergissmeinnicht, Gräser, Erigeron) an diversen Stelle wachsen, und wenn ich etwas zum Auspflanzen habe -ich ziehe alles selbst aus Samen, so gut es geht- ersetze ich es. So hab ich wenigstens einbißchen was für die Bodengare getan. Unser Gartenboden ist nämlich ansonsten hart wie Stein.

Man muss auch wissen, dass unser Garten fast 2 Jahre brach lag (kaum Pflanzen inside, bei der Übergabe) und vorher wohl fleißig mit Herbiziden, Pestiziden und Salz hantiert worden sein könnte. Vermute ich…denn:

Mein lieber Herr Nachbar ist so ein Fan davon. Und er war schon Nachbar unserer Vorgänger…

Nach der Übernahme vor einem Jahr bekam ich auch gleich Tipps, vom Herrn Nachbarn, wie man Unkraut auf dem Schotterweg vor dem Garten, am Besten in Schach hält: mit Salz…pur….

Ist das nicht verwerflich, dass immer ein halbe Tonne Salz, vor dem Garten meines Nachbarns, auf dem Schotterweg landet, nur damit nichts sprießt oder dies getötet wird, was da schon wächst.

Klar es gehört sich so; in einer Kleingartenanlage, dass der Weg „Unkrautfrei“ ist. Aber bitte, was sind denn das für Holzfäller-Methoden. Unser armes Grundwasser. In der Gartenpachtverordnung (sehr veraltete Ansicht) steht zwar, dass man Salzlösungen verwenden darf, aber eine Verdünnte!! mit 10% Salz. Und nicht pur…

Zu meiner Gartenseite hin hat er auch schon fleißig ein Linie aus Salz gestreut, hält er mich für eine Hexe? Früher dienten Salzbarrieren, zum Abwehren böser Mächte. Allerdings frage ich mich, wer hier Böses tut. 😛

Ihr hättet mal seinen Blick sehen sollen, als mein Mann, unseren Rasen mit dem Löwenzahn -der ist aber auch immer so schnell im Sammenstand- gemäht hat… ohne Auffang-Korb …leider haben wir keinen, an unserem alten, vererbten Mäher …

Wie ein HB-Männel ging er in seinem Garten auf und ab, und grummelte irgendetwas von:“… die Herbizide kann ich mir sparen, das wird zu teuer, wenn von denen immer Unkraut kommt“. (Ansonsten meiden Pollen seinen Garten, oder was??)

Löwenzahn blüht im April- vereinzelt noch später, es dauert also fast ein Jahr bis er Pusteblumen hat.

Löwenzahn ist so Nektar und Pollenreich, ein Paradies für Summer und so gesund für uns Menschen (Leber, Galle, Verdauung, Stoffwechsel, Entgiftung).

Er sollte lieber auch mal Löwenzahn essen, damit er weniger Gift und Galle spuckt. 😀

Ich hab nichts persönlich gegen meinen Nachbarn, aber er hat was gegen mein „Unkraut“ und meine Art mit der Natur zu gärtnern und schwärzt mich andauernd an. Das nervt.

Ich werde ihn nicht auffordern anders zu gärtnern, nur weil ich seine Art es zu tun als naturfremd empfinde. Aber an Euch habe ich eine Bitte: Ich möchte wissen, was Ihr davon haltet, auf so eine altmodische Art, wie mein Herr Nachbar, zu gärtnern und ob die Kleingartenverordnung nicht umgeschrieben werden sollte; und wie Ihr in eurem grünen Reich vorgeht.

Ich zupfe natürlich auch so manches Unkraut, meist hier und da ein wenig Quecke, in und vor unserem Garten. Ich halt mich ja auch an die Regeln.

Aber wer definiert was Unkraut ist und was nicht. Wusstet ihr, dass die Wühlmaus gerne Quecke isst und sie sogar in ihrem Bau hortet. Für mich heißt dies: Wenn sie genug Quecke findet lässt sie dafür meine Obstbäume in Ruhe.

Es sollte sich also, alles die Waage halten. Es ist ein Geben und ein Nehmen. Die Natur gibt uns Raum für unseren Garten- sollten wir ihr also nicht Raum in unserem Garten gewähren??

Und ich liebe es zu sehen, wie dankbar die Babybienen sind, nur weil Habichtskraut für mich kein Unkraut ist und somit eine Daseinsberechtigung in meinem Garten hat… Sie baden förmlich im Nektar meines Habichtskrauts.

Ihre Mütter schlürfen lieber Distelnektar. Die ja auch, welch Glück, in meinem Garten wachsen darf.

Was blüht sonst noch, was als Bienenweide in Frage kommt? Denn Achtung!!: jetzt beginnt das Sommerloch…

Besorgte, Grüne Grüße

Eure MION

Cirsium+Biene Hieracium+Babybiene

14 Kommentare Gib deinen ab

  1. pflanzwas sagt:

    Immer wieder diese schönen Fotos – toll !! Versteckt sich da linkerhand auch noch eine kleine Biene ? Ja, was du schreibst kommt mir bekannt vor. Ich habe mich schon gefragt, wie du das mit deinem Permakulturgarten in einer Kleingartenkolonie hinbekommst ? Ich weiß von einer Freundin, die nicht so konform gärtnert, daß es immer mal wieder Kommentare oder Vorhaltungen gibt. Leider. Wie du sagst: du machst ihm keine Vorhaltungen, soll er dich doch auch machen lassen !

    Und was ich auch nicht leiden kann: Mulch oder diese Pflanzeninseln im fein geharkten Sand. Was ist daran schön ? Wie mein Vater immer sagt: in der Natur gibt es keine „leeren“ Stellen (außer natürlich wie z.B. in Felsenlandschaften etc.). Alles wird früher oder später besiedelt.

    Und habt ihr euren Boden inzwischen auflockern können ?
    Grüne Grüße von
    Almuth

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    1. Mion sagt:

      Ja, Phacelia und Co. haben gute Arbeit geleistet, deshalb auch die Ode in meinen Beiträgen an diese wunderbaren Bodentruppen. Die Erbse hast du ja schon entdeckt. Falls du die Links möchtest poste ich sie dir oder du gibst bei der Suche, auf meinem Blog, Bodentruppen ein, dann kommen alle Beiträge dazu. Mit meinem Nachbar hege ich zur Zeit Waffenstillstand, ich glaube so langsam dämmert es ihm, dass das was ich tue gar nicht so verkehrt ist.
      Tja, und die anderen drum herum legen sich nicht mehr mit mir an, weil ich einfach jeden Pflanzennamen und jede Bedeutung dieser Pflanzen kenne.
      Wissen ist Macht. 😀

      Grüne Grüße
      Mion

      PS. Danke für die Blumen. ❤
      Linker Hand ist eine Biene. Gut beobachtet!

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      1. pflanzwas sagt:

        Das hört sich prima an. Das Gute siegt doch immer wieder 🙂 Nach den „Bodentruppen“ werde ich mal schauen ! Woher kennst du so viel ? Beschäftigst du dich schon lange damit ? Herzliche Grüße

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      2. Mion sagt:

        Reines Hobby und Passion. Ich beschäftige mich erst seit ich meinen Garten habe intensiv mit der Botanik. Diesen habe ich seit Mitte 2014.
        Ich eigne mir zwar nicht alles, aus der Botanik, an, aber die wichtigsten Fakten, für meinen Garten, versuche ich schon zu fundieren. Es ist ein großes Gebiet, nicht um sonst muss man es studieren. 😀
        Pflanzen habe ich aber schon immer gemocht, und auf meinen Balkon gaben es immer grüne Ecken, vor allem mit Kräutern. Mit denen Beschäftige ich mich schon seit über 10 Jahre. Ich glaube damit fing es an!!
        Und bei dir?

        Grüne Grüße
        Mion

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      3. pflanzwas sagt:

        Dafür hast du schon ein großes Wissen angesammelt, für die kurze Zeit ! Toll ! Bei den Kräutern bist du sicher schon eine weise Frau nach der Zeit. Ich finde es schön, wenn man sich damit so gut auskennt und manches davon auch anwenden kann. Bei mir ist es auch Hobby. Pflanzen hatte ich schon immer. Im Laufe der Zeit kam immer mal was dazu. Mit den Hummeln beschäftige ich mich erst seit ein paar Jahren, aber das begeistert mich auch total. Und dann kamen die anderen Tierchen auf dem Balkon dazu, und immer wieder gibts was neues zu entdecken. Und das Wechselspiel aus Insekten und Blumen – da kommt eins zum anderen 🙂
        Es macht einfach Spaß zu lernen, wie alles so zusammenspielt…

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      4. Mion sagt:

        Ohh, jetzt bin ich aber sprachlos, danke für dieses Vertrauen und dein Kompliment.
        Dir geht es, wie mir. Begeisterung für eine Sache fördert das Lernen und das Wissen.
        Wir wissen heut‘ zu Tage viel zu wenig über das, was vor unserer Haustür liegt.
        Ich finde, das was du tust toll, du holst aus dem begrenzten Raum, das Best‘ mögliche heraus und wirst unter anderem auch noch zur Entomologin. Ich kann vor dir nur meinen Hut ziehen! Chapeau!

        Grüne Grüße
        Mion

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      5. pflanzwas sagt:

        Vielen Dank für das liebe Kompliment (rotwerd) !!! Das kann ich nur zurückgeben !!! Ich sehe das genauso, wie du. Es ist doch schön, daß wir auf diese Art noch so viel über die Natur und alles, was uns umgibt, dazu lernen 🙂 Ob Pflanzen oder Tiere. Und es gibt so unendlich viel und wunderschönes zu entdecken. Ich würde sagen, daß macht uns reich !
        Herzliche Grüße
        Almuth

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      6. Mion sagt:

        🌸💜😊

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  2. borretsch sagt:

    Welch wunderbare Worte!! Danke!!

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  3. Patrick sagt:

    Unkraut ist eine Pflanze,
    deren Tugenden noch nicht entdeckt wurden…

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